Wurstfinger-Effekt: Mobile Werbung setzt auf ungeschickte User

Der Begriff Wurstfinger-Effekt mag ohne Vorwissen zum Schmunzeln anregen. Für Smartphone- und Tablet-User beschreibt dieses Wort das versehentliche Antippen mobiler Werbung allerdings ziemlich treffend. Werbetreibende setzen zum Teil gezielt auf diesen Effekt, User fühlen sich jedoch zunehmend genervt von unfreiwillig aufgerufenen Anzeigen.

Störende Werbung

Eine aktuelle Studie von Vibrant Media besagt, dass rund 48 Prozent aller Mobilgeräte-Nutzer versehentlich auf Werbeeinblendungen tippen. Nach einer Befragung, welche Anwendungen besonders störend auffallen und wo Nutzer zu wenig Kontrolle haben, sind mit 37 Prozent soziale Netzwerke besonders aufgefallen – dicht gefolgt von Werbung mit 32 Prozent und mobilem Surfen mit einem Anteil von 16 Prozent. Störfaktor Nummer eins waren dabei automatisch auftauchende Anzeigen, die zwar über attraktive Angebote informieren sollen, von insgesamt 79 Prozent der Probanden aber mit störend bis sehr störend beurteilt wurden.

Missmut statt Kauflust

Die Mehrheit der Mobilgeräte-Nutzer ist sich einig: Werbung, die den Nutzer in seinem Tun aufhält, hinterlässt keinen positiven Eindruck und lädt zum Installieren von Adblockern ein. Für viele wäre Werbung wünschenswert, die jeder nach Bedarf aktivieren kann. Eine Meinung, die Marketing-Strategen nicht unbeachtet lassen sollten.

Denn Werbung, die einfach nur stört, weckt beim Betrachter keine Kauflust, sondern Missmut gegenüber den angepriesenen Produkten – dies führt sicher nicht zu einer durch die Werbung erhofften Umsatzsteigerung. Und vergrämte Kunden neu zu gewinnen könnte vielleicht ein steinigerer Weg sein, als mobile Werbung einfach ein wenig dezenter zu gestalten und zu schalten.

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