GMX und Web.de warnen User vor Adblockern

In den letzten Tagen sind mehr und mehr Nutzer von E-Mail Dienstleistern beunruhigt und verwirrt. Der Grund dafür ist die Warnung ebendieser Anbieter vor gefährlichen Browser- Add-ons, die möglicherweise Daten stehlen können. Eigentliches Ziel der Website-Betreiber ist jedoch die Deaktivierung von Adblockern, die eigentlich als risikiolos gelten.

Täuschung statt Aufklärung

Gelangt man auf die GMX-Startseite und ist dabei das Adblock-Add-on aktiviert, blendet sich automatisch ein Sicherheitshinweis ein, der einem mitteilt, dass die Sicherheit der Seite durch ein Firefox-Add-on eingeschränkt sei. Der angezeigte Hinweis erinnert dabei stark an eine Oberfläche von Mozilla Firefox. Sodann wird einem die Möglichkeit eröffnet, weitergeleitet zu werden, um das Problem zu beheben. Anschließend gelangt man auf eine Seite, deren Design dem von Google Chrome verdächtig ähnlich ist. Hier wird der User vor „erheblichen Sicherheitsrisiken“ gewarnt, da die Add-ons Zugriff auf alle Eingaben im Browser hätten.

Gleichzeitig wird erläutert, wie man die Sicherheitsrisiken verringert und Add-ons aus Google Chrome und Mozilla Firefox entfernt. Überraschenderweise wird die warnende Seite jedoch von keinem der beiden Dienste betrieben. Der Urheber ist United Internet, der Mutterkonzern von Web.de und Gmx. Verunsicherung entsteht nun dadurch, dass nicht nur vor gefährlichen Add-ons, sondern auch vor einigen namhaften Werbeblockern, wie Adblock Plus, gewarnt wird. Dieser soll unter anderem verschiedene Buttons von sozialen Netzwerken blockieren.

Kein Sicherheitsrisiko

Die Mimikry-Strategie sorgt für reichlich Verwirrung und Unsicherheit bei den Usern. Viele Nutzer wissen nun nicht, ob sie den Werbeblockern trauen können, und fragen sich, wie sie mit dieser verwirrenden Vielzahl von Informationen umgehen sollen. Natürlich ist es wahr, dass eine Menge schädlicher Add-ons im Umlauf sind, vor denen man sein System auch schützen muss, doch Adblock Plus soll laut des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik nicht dazugehören.

Im Gegenteil: Es wird sogar dazu geraten, dies weiter zu verwenden. Die Ursache für die Verunsicherungskampagne liegt wohl in einem Konflikt zwischen dem Adblock-Plus-Hersteller und den Werbevermarktern. So gehen Betreibern von Websites durch Adblockern immer mehr Werbeeinnahmen verloren. Ein offener Appell an die User, keine derartigen Plugins zu nutzen, hatte im vergangenen Jahr offenbar zu keinem generellem Umdenken geführt.

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